Kilometerfressen
Eigentlich, ja eigentlich wollte AnnA mit mir ins Wellness in den Herbstferien. Wer mich kennt, weiss, dass meine Vorstellungen von Wellness wenig mit Bademantel, liegen, Ruhe und Co. zu tun haben. Also gar nichts eigentlich… so haben wir auf den Weg in die Weihnachtswelt gemacht. Hunde inklusive. Aber der Reihe nach…

Zusammen mit den Hunden sind wir am Sonntag in den hohen Norden gefahren – grad rechtzeitig für den Abendspaziergang und das Raclette da angekommen und dann plumpsausamen. Wellness im Bett. Immerhin da sind wir uns immer einig!
Jaja, die Weihnachtsausstellung im Gartencenter Leurs hat uns umgehauen! da gibt es jede Menge kleine Miniaturwelten, es gibt Weihnachten im Pet-Grooming, in der Bar, Weihnachten mit kleinen Kindern, auf Karussellen, Schaukeln, den Schlittschuhen, es gibt Weihnachten mit Pinguinen und Hunden, Katzen, Menschen… kurz, die volle Dröhnung, bereits in Halle 1. Natürlich gibt es auch Kerzen, Kugeln, Kränze, es gibt Weihnachtsduft und grässliche Engel (ich hätte da Albträume davon, wenn die über mir flattern täten), es gibt kitschige Elche und lustige Vögel… und ein wunderbares Restaurant, dass hungrigen Touristen eine rechte Portion Kaffee und heisse Waffeln mit Schlagrahm und Sauerkirschen beschert. Mmmmh!
Natürlich geht es dann erst richtig los… Herbstdeko (da hätte ich mich erst recht gütlich tun können), Kerzen, Vasen, Blumenübertöpfe, Zimmer- und Outdoorpflanzen, alles auch in künstlich, Hundebetten, Bilderrahmen. Einfach toll. Wir haben den halben Laden zusammen gekauft und erstaunlicherweise alles ins Auto bekommen. Und nein, die Pflanzen sind noch alle heil und sehen äusserst gut aus in AnnAs Zimmer.
Aber wir waren ja nicht nur der Deko wegen im hohen Norden. Hunde, Hundefreunde und ein Familienbild:

Das «Making-Of» der Bilder war mindestens so amüsant! Beschwörende Hände, genervte Besitzer, amüsierte Zuschauer und Felix, der Hoffotograf. Alle vom Winde verweht und ansatzweise frierend…
Herzlichen Dank für Eure Gastfreundschaft, einmal mehr, Heike und Stefan samt Chefkoch Fabian, Hoffotograf Felix samt Rebecca, samt Luczy, Ebby, Pinu’u, Kylie, Fritzi, Joule, Gini und Jim Knopf! Wir kommen wieder!

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.
Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? –
Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron’ und Schweif? –
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. –
„Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel’ ich mit dir;
Manch’ bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand.“ –
Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht? –
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
In dürren Blättern säuselt der Wind. –
„Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.“ –
Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düstern Ort? –
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh’ es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau. –
„Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt.“ –
Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan! –
Dem Vater grauset’s; er reitet geschwind,
Er hält in Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
In seinen Armen das Kind war tot.
So sind wir inspiriert und «ausgelacht» – was haben wir gelacht in diesen Tagen! in der Sturmnacht nach Hause gefahren und grad recht zum Kaffee wieder daheim eingetrudelt. Kamen uns vor, wie der Erlkönig von Göthe. Sturmböen, heftiger Regen, Laubstürme, nasses Laub auf der Fahrbahn, aber auch ein Wildschwein, düstere Wolken und -kurz vor der Schweizer Grenze- blaue Flecken am dramatischen Himmel.
Jetzt haben wir ausgeräumt, umgeräumt, aufgeräumt, gewaschen, (das bügeln steht noch an), versorgt, entsorgt, gekocht und erzählt. Die Männer waren ja auch nicht ganz untätig… demnächst mehr davon, noch ist das musikalische Werk nicht frei gegeben!


