Neue Wege

Neue Wege

Wir gehen neue Wege, trauen uns aus der Komfortzone und mindestens ich staune, was nähtechnisch geht…

Mittlerweile bin ich schon massiv weiter am guten Stück, aber es ist anspruchsvoll. Aber es kommt gut. Sehr gut sogar, demnächst mehr davon!

Die Komfortzone verlassen haben wir auch mit Inka – sie ist wieder zu ihrer Familie zurück gekehrt, Jodie macht ein Kreuz an die Decke, Grossonkel Bob trauert etwas und sortiert seine Hormone und Elio berichtet stolz, er hätte dem Frieden zuliebe einen ganzen Tag mit Tina zur Arbeit dürfen. Es sei aber, nach dem sich die erste Aufregung gelegt hat, SEHR langweilig gewesen…

von links: Jodie, Bob, Elio und Inka

Neues probieren wir auch trink- und essenstechnisch aus. Ein grosses Probierpaket ist aus dem Valley, aus Kemptthal gekommen. Zitat: «Wie Döner, nur schöner!» Noch haben wir nichts probiert… ich werde berichten. Aber manchmal muss es einfach wieder mal was Neues sein.

Trinktechnisch haben wir uns bereits an Neues gewagt und ich sage nur: mmmmhhh! sehr fein und farbig. Jetzt schauen wir mal, das die neu bestellten Flaschen hergeben. Ich werde -auch davon- berichten!

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen – ein Bekannter von AnnA hat beruflich bei uns aufgeschlagen – etwas erstaunt hat er zur Kenntnis genommen, dass wir unsere Versprechen mit dem «Service auf dem Silbertablett und so» halten! Eiskaltes Schweppes, Blöterliwasser und einen gut gefüllten Biber von der Bibermanufaktur in Illnau – es könnte wahrlich schlechter sein!

Ja und dann wäre da noch die Geschichte mit der Zertifikatspflicht. Es scheint, als ob das Thema «Eigenverantwortung» bei den Schweizern noch zu wenig angekommen wäre. Meine Freiheit hört bekanntlich genau da auf, wo diejenige des anderen beginnt. Ok, ab Montag gilt eine Zertifikatspflicht in Restaurants, Fitnesszentren, in Museen etc. etc. Und weshalb das? weil Corona «nur» ein Grippli ist?

Eben hatte ich einen Freund am Telefon. Gut 20 Jahre jünger, als ich, sportlich, gesund, kein Raucher, kein Alkoholiker, kein gar nix. Seit Jahren voller Einsatz für Familie, Freunde und Kunden. Seit Anfang dieses Jahres krank. Coronakrank. Schwerkrank. Kriegt keine Luft, massive Herz- und Lungenprobleme, das rumhocken schlägt auf die Psyche und das Portemonnaie. Eine weitere Operation steht an, sie muss verschoben werden… die Delta-Variante ist aktuell noch oben drauf gekommen. Unser Freund, ein Schatten seiner selbst. «Ich weiss nicht, ob ich dieses Corona-Ding überlebe!». Ich bin traurig. Und genervt. Über die Nichtimpfer, die so sehr auf ihre Freiheit pochen, die lautstark von Diktatur und Unterdrückung schwafeln und dabei vergessen, dass wir alle gemeinsam überleben möchten. Ohne Herzinfarkt des medizinischen Personals (Co-Direktor Triemli), ohne Heulkrampf der überarbeiteten Pflegefachfrau…

Auf den Tag genau 20 Jahre ist es her, seitdem mit dem Terrorakt auf die Twin Towers die Welt für einen Moment still stand. Auch unsere ganz persönliche. Fassungslos sassen wir die ganze Nacht vor dem TV, uns fragend, ob wir in DIESE Welt ein Kind setzen möchten. Wir haben es getan und es war beileibe nicht die schlechteste Idee 🙂 Damals, so dachte ich, hätten wir den Tiefpunkt erreicht. Ich stelle heute mit Schrecken fest, es kam noch schlimmer.