Points of view
Das Coronavirus beherrscht den Tag und die Woche. So und so viele in Quarantäne, dieser Promi wurde positiv getestet, schon wieder ein Corona-Toter, Hände waschen, das wird Mangelware, das iPhone 65767 kommt später, das wird noch auf uns zukommen, Schulen geschlossen, Skigebiete zu, Hotels zu, Arbeitslosen, Kurzarbeit, Börse im Sturzflug… üble Sache, täte Maloney dazu sagen!
Ich hatte diese Woche zwei spannende Gespräche mit Freundinnen. Beide sehe ich nicht oft, mit beiden bin ich weit über 20 Jahre verbunden, beide leben ganz unterschiedlich von mir und beide Gespräche haben mich tief berührt und zum nachdenken angeregt.
«Weisst Du, das Corona-Virus ist eigentlich eine humane Seuche! es erlöst in relativ kurzer Zeit die Schwachen!»
Umpf, das sass. Alte und Geschwächte, Gebrechliche, Kranke… doch R. führte detaillierter aus. «Wenn ich meinen dement werdenden Vater sehe, der immer mehr von seiner Persönlichkeit verliert, der uns Angehörige zwischen Verzweiflung und Hysterie schwanken lässt, der uns mit seiner Sturheit und seinen Beschimpfungen zur Weissglut oder ins heulende Elend treibt, so denke ich manchmal, das über Jahre hinwegdämmern ist auch kein würdiger Abgang.»
«Aber es war uns doch längst allen klar, so konnte es nicht weitergehen! Ich bin fest überzeugt, dass es eine übergeordnete Kraft gibt, die jetzt genug hatte und für einmal eingegriffen hat.»
Auch K.s Worte klingen nach. Was, wenn der Zenith an Wachstum, Wohlstand und Sun, Fun & the Luftmatratz erreicht ist? was, wenn wir alle etwas bescheidener und dankbarer daher kommen? Der unerwartete Stopp aller ausserhäuslicher Aktivitäten, die Rückbesinnung auf uns selbst, auf die kleinste Zelle des menschlichen Zusammenlebens, die Familie möge uns die Zeit geben, etwas zu reflektieren und daraus für die nachcoronäre Zeit zu lernen. In diesem Sinne grüsse ich rundum -auf Distanz natürlich- herzlich! Wascht die Hände und behüte Euch Gott!
Beitragsbild schamlos geklaut und zwar hier!