Kleine Schritte…

Kleine Schritte…

Ausgangs des letzten Jahres hat sich Eric in einer abendlichen Diskussion etwas gar weit aus dem Fenster gelehnt und gemeint, er würde schon eine Überzeugungsrede für die SalZH schreiben, aber nicht selbst halten wollen. Geschrieben hat er sie, rechtzeitig vor Silvester, aber leider hat sich bis jetzt niemand gefunden, der sie vor einem Tunnelportal neben einem Tännli halten möchte. Ich möchte Euch diese Gedanken nicht vorenthalten.

Mit grossem Stolz darf ich, dürfen wir als Eltern feststellen, dass sowohl bei AnnA, als auch bei Eric über die Jahre doch einiges gewachsen ist. Natürlich, die grosse Klappe, die langen Füsse und Erics grosse Hände, die so behende über den Gitarrenhals flitzen können, aber he, da reifen junge Menschen heran, die sich Gedanken über die Welt machen, Gedanken über ihre Zukunft, ihr Leben und ihren Anteil und ihre bescheidene Wichtigkeit auf diesem Planeten. Menschen, die sich aktiv Gedanke über die Zukunft machen und diese gestalten wollen. Das macht doch schon mal Hoffnung und die können wir in der aktuellen Zeit wohl alle ganz dringend brauchen!

Kleine Schritte, grosse Wirkung….

Nach 365 Tagen neigt sich nun auch das, für viele von uns schwierige, Jahr 2020 dem Ende zu und mit dem Ausklingen der Kirchenglocken schliesst sich ein Kapitel unseres Lebens. Aber viel wichtiger ist, dass sich auch eines öffnet. Der berühmte amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway hat einmal gesagt: „Das Merkwürdige an der Zukunft ist, dass man unsere Zeit einmal die gute alte Zeit nennen wird.“ 

Jeder einzelne von uns lebt sowohl in der Gegenwart, der Vergangenheit und der Zukunft zugleich. Heute lebt er in der Gegenwart, morgen in der Zukunft und wenn er morgen zurückschaut, hat er heute in der Vergangenheit gelebt. 

Mit unseren Taten beeinflussen wir jeweils stets einen kleinen Teil der Gegenwart und der Zukunft. Was geschehen ist, können wir nicht mehr ändern. Aber wir können die Zukunft verändern. Klar, eine Person aus fast 8 Milliarden wird kaum einen Unterschied machen, jedoch machen viele zusammen den Unterschied aus. 

Ein einziger Stein reicht nicht aus, um die gewaltigen Wassermassen eines Flusses zu bändigen. Beginnt man jedoch Stein auf Stein zu reihen, endet man mit einem Damm, der so mächtig ist, um selbst den grössten See anzustauen. Wir müssen aus der Vergangenheit lernen und uns daraus eine neue Zukunft formen, die dann wiederum einmal im Dachstock der Weltgeschichte verstauben wird. 

Wir alle leben Geschichte, heute erst recht.  Seien es die Erfahrungen mit dem Distance Learning, Unterricht zu haben mit einer Maske oder das Zusammenziehen der SalZH im Zeughaus. Alles wird einen historischen Wert bekommen. Naja, vielleicht nicht alles denselben, aber alles wird früher oder später einen Teil in der persönlichen Geschichte jedes Einzelnen spielen. Und wenn man die kleinen Teile dann zusammenfügt, hat man trotzdem einen beachtlichen Teil der Geschichte von Vielen. Und wie bei der Entstehung eines Staudammes, wird das Zeughaus Stein um Stein zu einem gemeinsamen, modernen und gelebten Bildungsraum heranwachsen. 

So wird, was auf den ersten Blick wie ein Abbau aussehen mag, sich auf längere Zeit als Stärkung der SalZH erweisen. Und wenn in vielen Jahren einmal ein Enkel seinen Weg auf den Dachstock findet, und er dann den Staub vom Buchdeckel der Vergangenheit bläst, wird dieser Teil der Geschichte weiter leben und zu einer neuen Gegenwart aufblühen. 

28.12.2020 / Eric C. Meyer

PS: Eric bezieht sich bei seinen Gedanken auf den geplanten Ausbau der SalZH am Standort Zeughaus, Winterthur. Details hier!

Ins gleiche Kapitel gehört diese Woche auch AnnAs erfolgreicher Abschluss des schulischen Teils ihrer postmaturitärer Wirtschaftsausbildung und ganz nebenbei, ihrer englischen Kenntnisse, die sie bereits im November unter Beweis stellen musste. Und was waren ihre Worte nach der Proficiency-Prüfung: «Ich habe im Leben noch NIE so schlecht Englisch geredet und geschrieben, ich bestehe diese Prüfung NIE und NIMMER!» Es hat gereicht – herzliche Gratulation und alles Gute für die «richtige» Arbeit ab Montag!

Mit «Fried Rice», einem Glas Wein und bei Candlelight im kleinsten Kreis gefeiert – das mit dem Ausgang muss noch etwas warten…